Der Mai isch au nümm was er war 

Als man noch Hans und Klara hiess
Und Jakob, Fritz und Annelies
Da war im Maien Jahr für Jahr
Ein Mordsbetrieb am Traualtar
 
Der Pfarrer konnte kaum mehr ruhn
So hatte er im Mai zu tun
Der Mai, wo die Natur erwacht
Hat stets den Menschen Mut gemacht
Ihren Ehebund zu schliessen
Weil dann alle Knospen spriessen
Und die Vögel diese schlauen
Gleichfalls ihre Nester bauen
 
Doch für die Dame und den Herrn
Sind heute Ehen nümm modern
Sie werden immer mehr gemieden
Denn jede dritte wird geschieden
Nicht nur der holde Ehestand
Ist stark bedroht in unserem Land
Der Maienkäfer ebenso
Das stimmt mich nicht besonders froh
 
Jener dicke, kleine Brummer
Machte zwar den Bauern Kummer
Flog den Buben um die Köpfe
Und den Mädchen in die Zöpfe
 
Doch als bräunlich-frohes Wesen
Viel besungen und gelesen
Und von Dichtern sehr umworben
Scheint er heute ausgestorben
 
Keinem macht das im geringsten
Grossen Eindruck über Pfingsten
Die Kinder kennen ihn nicht mehr
Dafür den Helikopter sehr
 
Ab all den Sachen wird mir klar
Der Mai ist auch nümm was er war                

Evelyne Meyer, Mitglied Elsass-Freunde-Basel

 

Frach oder Frech?  Kurzsendung aus France Bleu Elsass

Eva Hebert stammt aus Münster, lebt in Hoenheim, Sie liest gerne und geht gerne spazieren. Un emol im Monet orgànisiert sie a Stàmmtisch mit Frind, fir noch elsässisch ze redde.
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(Facebook-Eintrag vom France Bleu Elsass/hn)

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