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15. Dezember: Drei Länder ... ei Sprooch

hn 08.12.2019

Unter diesem Titel treten am 15. Dezember 2019, 11 Uhr morgens

Liv Markus (CH),Edgar Zeidler (F) und Markus Manfred Jung (D)

auf, und zwar in der legendären Museums-Wirtschaft „Krone“ in Tegernau, Kleines Wiesental.

Die drei verbindet die Liebe zu ihrer alemannischen Mundart und ein phantasievoller kreativer Umgang mit ihr.

Es empfiehlt sich, früh zu kommen. Die Plätze an den rustikalen Wirtshaustischen sind begehrt. Der Eintritt ist frei, der Austritt führt an einem offenkrempigen Hut vorbei.

Dies zeichnet unser Dreyland hier aus: Mit drei Varianten der alemannischen Mundart kann man sich grenzenlos verständigen. Und dies wollen drei Künstler zeigen, die ihre Liebe zur Region und zur alemannischen Sprache zusammengeführt hat.

 

Liv Markus’ ,

die unter dem Titel „Nei, verloss mi nit!“ Chansons am Piano präsentiert, gemixt mit Blues, eigenen Texten und Adaptionen. Poetisch, humorig, eigenwillig.

Sie verknüpft Hintersinn mit den Geschichten des Lebens. Sie singt von ihrem Weg mit seinen Brüchen und Brücken und überraschenden Pointen.Die Baselbieter Cantautorin ist schon lange unterwegs. Solo mit Piano. Oder mit dem Basler Lied-Poeten Aernschd Born. Oder mit dem Berner Troubadour und Buchautor Fritz Widmer-Hesse. Dann entdeckte sie der ehemalige ZDF-Tatort-Regisseur und Basler Theaterdirektor Helmut Förnbacher für seine Bühne, wo sie regelmässig auftritt. Dazwischen gewann die Singer-Songwriterin das erste SRF-Liedermacher-Casting bei der Mundart-Rock-Legende Polo Hofer. Sein Fazit: «Genau so stellen ig mir e Liedermacher vor!»Allein auf der Bühne berührt Liv Markus’ ihr Publikum nicht zuletzt auch mit ihren Jacques Brel- und Leonard Cohen-Dialekt-Bearbeitungen. Sie überzeugt mit ihren Johann Peter Hebel- und Volkslied-Vertonungen und ebenso auch mit ihren eigenen kabarettistischen und sprachgewaltigen Liedern und Texten. Als spät geoutete Trans-Künstlerin hat die Bern-Baslerin nun mit ihren Songs zu sich selbst gefunden. Die Presse schreibt von einer «riesigen Bühnenpräsenz».

 

Edgar ZEIDLER,
1953 in Colmar geboren, ist auf unserer Seite des Rheins spätestens, seit er indiesem Jahr in Hausen mit der Hebel-Plakette ausgezeichnet wurde, bekannt für seine engagierte, tiefgründige und witzige Lyrik. Bis zu diesem Jahr unterrichtete er Deutsch am  Gymnasium in Altkirch und Elsässerdeutsch an der Universität des Oberelsass von Mulhouse. Als dreisprachiger Dichter, der sich vehement für das Elsässische einsetzt, wird er häufig zu Vorträgen, TV- und Radiosendungen sowie Lesungen im Dreiländereck eingeladen. Er begeistert seine Zuhörerinnen und Zuhörer, weil er selbst für seine Sprache und ihr Überleben kämpft.Er schreibt seit 2010 für die Tageszeitung „L’Alsace“ die „Leçons d’alsacien“ -  Elsässische Lektionen. Davon wurden drei illustrierte Bände veröffentlicht: 2012, 2014 und 2016.Bisher hat er außerdem fünf dreisprachige Gedichtbände veröffentlicht: „Endzitt – Endzeit – Fin d’une époque“, „Wàckelkontàkt – Wackelkontakt - Faux contacts“, „Les Fleurs d’un rêve – Tràuimbliameler – Traumblüten“,„Lawesliader – Liebeslieder – Voluptés“ und „Granzstein – Bornes – Grenzsteine“. Sein jüngsts Werk „Au fil du temps – Zeitgeist“ ist parallel zu einer Übersetzung ins Elsässische von „Gitanjali“, Lebensweisheiten des indischen Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore, entstanden.

 

Markus Manfred Jung,

geboren 1954 in Zell im Wiesental, aufgewachsen in Lörrach, list seit 2010 mit seiner Frau, der Malerin Bettina Bohn, in Hohenegg, hier im Kleinen Wiesental daheim. Seit vielen Jahren setzt er sich für den Erhalt der alemannischen Sprache ein. Bis letztes Jahr unterrichtete er am Gymnasium in Schopfheim, u.a. Deutsch und Literatur. Er schreibt seit 1990 Dialektkolumnen, zuerst für die Basler und dann die Badische Zeitung, begründete zusammen mit Thomas Burth 1989 die „Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt“ und 1995 zusammen mit Wendelinus Wurth den Drey-Verlag, dessen Lektor er ist. Seit 2006 ist er Präsident des Internationalen Dialektinstituts IDI, einem Zusammenschluss von ca. 130 MundartautorInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, mit Sitz in Österreich.Neun Gedichtbände sind bisher von ihm erschienen, darunter zwei mehrsprachige in Italien und Rumänien, dazu drei Prosabände. Außerdem ist er Mitherausgeber von drei Mundart-Anthologien. Ausgezeichnet wurde er u.a. beim Lyrikpreis von Meran, mit dem Hebeldank und der Hebel-Plakette sowie zusammen mit Uli Führe mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. In diesem Jahr erhielt er das Burgschreiberstipendium zu Laufenburg.Er versteht es, mit seinen kurzen Geschichten Alltagssituationen so zu beschreiben, dass Wesentliches in unserem Zusammenleben aufgezeigt wird, durchaus liebevoll, aber immer auch kritisch engagiert gegen Vorurteile und „menschliche“ Egoismen. In der verdichteten Bildersprache seiner klangvollen Lyrik öffnet er überraschende Denkräume und inspiriert so zum Nach- und Vordenken.